Egal ob du als Advertiser eine Kampagne startest oder als Publisher deine Website monetarisierst: Früher oder später stößt du auf die Frage, ob du nach CPC oder CPM abrechnen solltest. Beide Modelle klingen ähnlich, funktionieren aber grundlegend unterschiedlich – und die falsche Wahl kann bares Geld kosten.
In diesem Artikel erklären wir beide Modelle verständlich, zeigen dir die Formeln zur Berechnung und geben dir eine klare Entscheidungshilfe, wann sich welches Modell für dich lohnt – egal ob du Werbung schaltest oder Werbeflächen anbietest.
Inhaltsverzeichnis
Beim CPC-Modell (auch Pay-per-Click, PPC genannt) zahlt der Advertiser ausschließlich dann, wenn ein Nutzer tatsächlich auf die Anzeige klickt. Wird die Anzeige nur angezeigt, aber nicht angeklickt, entstehen keine Kosten.
CPM steht für "Cost per Mille" beziehungsweise Cost per Thousand Impressions – die Kosten für 1.000 Anzeigenausspielungen. Hier zahlt der Advertiser für die reine Sichtbarkeit der Anzeige, unabhängig davon, ob ein Nutzer klickt oder nicht.
CPM berechnen:
CPM = (Gesamtkosten der Kampagne ÷ Anzahl der Impressionen) × 1.000
Beispiel: 100 € Budget bei 50.000 Impressionen ergeben einen CPM von 2 €.
CPC berechnen:
CPC = Gesamtkosten der Kampagne ÷ Anzahl der Klicks
Beispiel: 100 € Budget bei 200 Klicks ergeben einen CPC von 0,50 €.
CPC aus CPM ableiten: Wenn du bereits einen CPM und die durchschnittliche Klickrate (CTR) kennst, lässt sich der effektive CPC daraus berechnen: CPC = CPM ÷ (1.000 × CTR).
Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Modellen liegt nicht in der Formel, sondern in der Risikoverteilung:
| KriteriumCPCCPM | ||
| Abrechnung nach | Tatsächlichen Klicks | 1.000 Impressionen |
| Risiko liegt bei | Publisher | Advertiser |
| Planbarkeit der Kosten | Schwerer vorhersehbar | Sehr genau planbar |
| Ideal für Kampagnenziel | Traffic, Conversions, Leads | Markenbekanntheit, Reichweite |
| Einnahmen für Publisher | Schwanken mit der CTR | Garantiert pro Ausspielung |
| Typisches Einsatzgebiet | Suchmaschinenwerbung, Performance-Kampagnen | Display-Werbung, Video-Ads, Branding |
CPM wählen, wenn:
CPC wählen, wenn:
Aus Risikosicht gilt: CPM ist für Advertiser riskanter, da auch bei schwacher Anzeigenleistung der volle Betrag für die Ausspielung fällig wird. CPC verschiebt dieses Risiko stärker auf den Publisher, da nur tatsächliche Interaktion bezahlt wird.
Für Publisher gilt tendenziell das Gegenteil: CPM bietet planbarere, garantierte Einnahmen, da die Vergütung unabhängig von der Klickrate der Besucher erfolgt. Das macht CPM besonders attraktiv für Websites mit hohem Traffic-Volumen, auch wenn die Klickrate schwankt.
CPC kann sich für Publisher lohnen, wenn:
Als Faustregel gilt: Websites mit hohem, aber wenig zielgruchtem Traffic profitieren tendenziell stärker von CPM, während Websites mit kleinerem, aber sehr engagiertem Publikum mit CPC oft bessere Einnahmen pro Besucher erzielen können.
Angenommen, eine Kampagne läuft mit einem CPM von 5 € und erzielt eine CTR von 0,5 %:
CPC = CPM ÷ (1.000 × CTR) = 5 € ÷ (1.000 × 0,005) = 1,00 € effektiver Kosten-pro-Klick-Wert.
Steigt die CTR auf 1 %, sinkt der effektive CPC bei gleichem CPM auf 0,50 € – die Anzeige wird also "günstiger pro Klick", ohne dass sich am CPM etwas ändert. Das zeigt: Bei hoher erwarteter Klickrate kann CPM langfristig günstiger sein als ein direkt gebuchter CPC. Bei niedriger CTR hingegen ist ein fester CPC oft die sicherere Wahl, um die Kosten pro Ergebnis vorhersehbar zu halten.
Neben CPC und CPM gibt es noch CPA (Cost per Action): Hier zahlt der Advertiser erst, wenn der Nutzer nach dem Klick eine bestimmte Aktion ausführt, etwa ein Kauf, eine Newsletter-Anmeldung oder ein Formular-Abschluss. Das Risiko liegt hier noch stärker beim Publisher, weshalb dieses Modell bei Affiliate-Marketing verbreitet ist, in klassischen Display-Netzwerken aber seltener zum Einsatz kommt.
Es gibt kein grundsätzlich "besseres" Modell – die richtige Wahl hängt vom Kampagnenziel ab. Für Reichweite und Markenbekanntheit eignet sich CPM, für messbare Handlungen wie Klicks und Conversions CPC.
CPM bietet planbarere Einnahmen, da die Vergütung nicht von der Klickrate der Besucher abhängt. Das ist besonders bei hohem, aber wenig interaktivem Traffic von Vorteil.
Über die Formel CPC = CPM ÷ (1.000 × CTR) lässt sich der effektive CPC aus einem gegebenen CPM ableiten. Je höher die erwartete Klickrate, desto eher lohnt sich CPM gegenüber einem fest gebuchten CPC.
Ja, viele Kampagnen kombinieren beide Modelle – etwa CPM für die Awareness-Phase und CPC für die anschließende Performance-Phase, in der konkrete Handlungen im Vordergrund stehen.
CPC und CPM sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Zwecke. CPM eignet sich, wenn Reichweite und Sichtbarkeit im Vordergrund stehen, CPC, wenn es um messbare Handlungen geht. Für Publisher gilt: Je nach Trafficqualität und Zielgruppenbindung kann das eine oder andere Modell wirtschaftlich sinnvoller sein – ein Blick auf die eigene CTR verrät meist schnell, welches Modell sich lohnt.
Mehr zum Thema: Welche Werbeformate bringen die besten Ergebnisse? und Günstige Werbung im Internet: Die besten Möglichkeiten für kleines Budget 2026.