ROAS berechnen: Formel, Break-even-ROAS und Unterschied zu ROI
Ein ROAS von 4,0 klingt hervorragend. Doch ob Ihre Werbung wirklich Gewinn bringt, verrät diese Zahl allein nicht. Viele Werbetreibende lesen den ROAS deshalb falsch und stecken Geld in Kampagnen, die zwar Umsatz bringen, aber unterm Strich draufzahlen. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie den ROAS berechnen, was der Break-even-ROAS aussagt, worin der Unterschied zum ROI besteht und ab welchem Wert sich Ihre Werbung für Sie tatsächlich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- ROAS steht für Return on Ad Spend und beschreibt den Umsatz je Euro Werbebudget. Die Formel: Umsatz geteilt durch Werbekosten.
- Der ROAS berücksichtigt keine Warenkosten. Ob Sie Gewinn machen, zeigt erst der Break-even-ROAS: 1 geteilt durch Ihre Rohertragsmarge.
- Bei 40 Prozent Marge brauchen Sie einen ROAS von 2,5, bei 25 Prozent Marge von 4,0, damit die Werbung ohne Verlust läuft.
- Der ROI setzt den Gewinn ins Verhältnis zu den Werbekosten und ist damit aussagekräftiger als der ROAS.
- Mit dem kostenlosen CTR ROAS Rechner berechnen Sie ROAS, Break-even, Gewinn und ROI in einem Schritt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der ROAS?
- Die Formel: ROAS berechnen
- Break-even-ROAS: Ab wann lohnt sich Werbung?
- ROAS und ROI: Der Unterschied
- Was ist ein guter ROAS?
- ROAS verbessern: Drei Stellschrauben
- ROAS in der Praxis: Zwei Kampagnen im Vergleich
- Typische Fehler bei der ROAS-Auswertung
- ROAS mit dem Rechner berechnen
- Häufige Fragen
Was ist der ROAS?
ROAS ist die Abkürzung für Return on Ad Spend, auf Deutsch etwa Werbeertrag. Er sagt, wie viel Umsatz Sie mit einem Euro Werbebudget erzielen. Ein ROAS von 3 bedeutet: Für jeden ausgegebenen Euro kamen 3 Euro Umsatz herein. Häufig wird er auch als Verhältnis (3 : 1) oder in Prozent (300 Prozent) angegeben.
Der ROAS ist beliebt, weil er sich schnell berechnen lässt und Kampagnen vergleichbar macht. Seine Schwäche: Er blendet alles aus, was zwischen Umsatz und Gewinn liegt, also Warenkosten, Versand und Gebühren.
Die Formel: ROAS berechnen
ROAS = Umsatz geteilt durch Werbekosten. Haben 500 Euro Werbekosten 1.800 Euro Umsatz gebracht, beträgt der ROAS 3,6. In Prozent ausgedrückt sind das 360 Prozent. Wichtig ist, dass Sie nur den Umsatz zählen, der der Werbung zuzuordnen ist, und nicht den gesamten Umsatz Ihres Shops.
Diese Zuordnung gelingt mit sauberem Tracking. Wie Sie Kampagnen eindeutig kennzeichnen und Ergebnisse messen, erklären die Beiträge Conversion-Tracking und UTM-Parameter erklärt.
Break-even-ROAS: Ab wann lohnt sich Werbung?
Der Break-even-ROAS ist der ROAS, bei dem der Rohertrag genau die Werbekosten deckt. Sie berechnen ihn so: Break-even-ROAS = 1 geteilt durch Rohertragsmarge. Der Rohertrag ist der Umsatz abzüglich der Kosten für die verkaufte Ware.
Bei 40 Prozent Marge liegt der Break-even-ROAS bei 2,5. Erst darüber verdienen Sie an der Kampagne, darunter legen Sie drauf. Je niedriger Ihre Marge, desto höher muss der ROAS sein.
| Rohertragsmarge | Break-even-ROAS | Mindestumsatz je 100 Euro Werbebudget |
|---|---|---|
| 20 % | 5,00 | 500 Euro |
| 25 % | 4,00 | 400 Euro |
| 30 % | 3,33 | 333 Euro |
| 40 % | 2,50 | 250 Euro |
| 50 % | 2,00 | 200 Euro |
| 60 % | 1,67 | 167 Euro |
ROAS und ROI: Der Unterschied
Der ROI (Return on Investment) setzt den Gewinn ins Verhältnis zu den Kosten. Für Werbung lautet die Formel: ROI = Gewinn nach Werbekosten geteilt durch Werbekosten mal 100. Der Gewinn nach Werbekosten ist Umsatz mal Marge minus Werbekosten.
Ein Beispiel mit 500 Euro Werbekosten, 1.800 Euro Umsatz und 40 Prozent Marge: Der Rohertrag beträgt 720 Euro, nach Abzug der Werbekosten bleiben 220 Euro. Der ROAS liegt bei 3,6, der ROI bei 44 Prozent. Der ROAS klingt größer, der ROI sagt dagegen, was Sie wirklich verdient haben.
| ROAS | Umsatz bei 1.000 Euro Budget | Gewinn nach Werbekosten bei 40 % Marge | ROI |
|---|---|---|---|
| 1,0 | 1.000 Euro | -600 Euro | -60 % |
| 2,0 | 2.000 Euro | -200 Euro | -20 % |
| 2,5 | 2.500 Euro | 0 Euro | 0 % |
| 3,0 | 3.000 Euro | 200 Euro | 20 % |
| 5,0 | 5.000 Euro | 1.000 Euro | 100 % |
Was ist ein guter ROAS?
Einen festen guten ROAS gibt es nicht. Er muss über Ihrem eigenen Break-even liegen, und der hängt von Marge und Geschäftsmodell ab. Wer digitale Produkte mit 90 Prozent Marge verkauft, kommt mit einem niedrigen ROAS aus, ein Händler mit 20 Prozent Marge braucht einen sehr hohen.
Beachten Sie außerdem, dass Fixkosten, Versand, Retouren und Steuern im einfachen Break-even nicht enthalten sind. Planen Sie einen Sicherheitsabstand ein und streben Sie einen ROAS an, der deutlich über dem rechnerischen Break-even liegt.
ROAS verbessern: Drei Stellschrauben
- Mehr Umsatz pro Klick: Bessere Zielseiten, passende Angebote und höhere Warenkörbe erhöhen die Conversion-Rate und den Bestellwert. Mehr dazu im Beitrag Conversion-Rate berechnen.
- Günstigere Klicks: Eine höhere Klickrate und passende Seiten senken die Kosten pro Klick. Ideen finden Sie im Beitrag Kosten pro Klick senken.
- Höhere Marge: Wer Preise, Einkauf oder Versandkosten verbessert, senkt den Break-even-ROAS und macht mehr Kampagnen profitabel.
ROAS in der Praxis: Zwei Kampagnen im Vergleich
Ein durchgerechnetes Beispiel zeigt, warum der Break-even wichtiger ist als der ROAS allein. Ein Shop hat 35 Prozent Marge, der Break-even-ROAS liegt damit bei rund 2,9. Kampagne 1 hat einen ROAS von 4,5, Kampagne 2 einen von 2,5.
| Kampagne 1 | Kampagne 2 | |
|---|---|---|
| Werbekosten | 400 Euro | 400 Euro |
| Umsatz | 1.800 Euro | 1.000 Euro |
| ROAS | 4,5 | 2,5 |
| Rohertrag bei 35 % Marge | 630 Euro | 350 Euro |
| Gewinn nach Werbekosten | 230 Euro | -50 Euro |
| ROI | 57,5 % | -12,5 % |
Kampagne 1 lohnt sich, Kampagne 2 zahlt drauf. Die Konsequenz: Budget von Kampagne 2 in Kampagne 1 verschieben oder Kampagne 2 verbessern, etwa durch eine bessere Zielseite oder einen höheren Warenkorbwert.
Typische Fehler bei der ROAS-Auswertung
- Gesamtumsatz statt zugeordneter Umsatz: Nur Umsatz, der der Werbung zuzuordnen ist, gehört in die Rechnung.
- Marge vergessen: Ohne Rohertrag lässt sich nicht beurteilen, ob ein ROAS gut ist.
- Zu kurze Betrachtung: Wiederkäufe und Kundenwert über mehrere Monate können einen scheinbar schwachen ROAS rechtfertigen.
- Retouren übersehen: Zurückgeschickte Ware mindert den Umsatz, den Sie der Werbung gutschreiben dürfen.
- Einzelne Tage bewerten: Schwankungen sind normal. Entscheiden Sie anhand von Wochen.
ROAS mit dem Rechner berechnen
Der kostenlose CTR ROAS Rechner berechnet im Tab ROAS Ihren ROAS in Verhältnis und Prozent, den Break-even-ROAS aus Ihrer Marge, den Gewinn nach Werbekosten und den ROI. Er sagt Ihnen auch direkt, ob Ihre Werbung rechnerisch profitabel ist. Im Tab CTR berechnen Sie zusätzlich die Klickrate Ihrer Anzeigen.
Die weiteren Kennzahlen im Überblick finden Sie im Beitrag Online-Marketing-Kennzahlen.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den ROAS?
Teilen Sie den durch die Werbung erzielten Umsatz durch die Werbekosten. 1.800 Euro Umsatz bei 500 Euro Kosten ergeben einen ROAS von 3,6, das entspricht 360 Prozent.
Was ist der Break-even-ROAS?
Der ROAS, bei dem der Rohertrag die Werbekosten genau deckt. Er ergibt sich aus 1 geteilt durch die Rohertragsmarge. Bei 40 Prozent Marge sind das 2,5.
Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?
Der ROAS setzt den Umsatz ins Verhältnis zu den Werbekosten, der ROI den Gewinn. Der ROI berücksichtigt damit die Marge und zeigt, ob sich die Werbung wirklich lohnt.
Was ist ein guter ROAS?
Das hängt von Ihrer Marge ab. Ein ROAS ist gut, wenn er deutlich über Ihrem Break-even-ROAS liegt. Fixkosten und Steuern sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Kann ein hoher ROAS trotzdem Verlust bedeuten?
Ja. Der ROAS enthält keine Warenkosten. Bei 20 Prozent Marge und einem ROAS von 4 liegen Sie unter dem Break-even von 5 und legen drauf.
Fazit
Der ROAS ist eine praktische Kennzahl, aber nur die halbe Wahrheit. Erst der Vergleich mit dem Break-even-ROAS und der Blick auf Gewinn und ROI zeigen, ob sich Ihre Werbung lohnt. Berechnen Sie alle vier Werte für jede Kampagne und treffen Sie Budgetentscheidungen auf dieser Basis. Der CTR ROAS Rechner erledigt das in Sekunden.